Linienzucht oder Outcross?


Linienzucht wird gerne von Zuchtanfängern negativ hingestellt, da diese noch wenig bis keinerlei Erfahrung und Wissen haben und somit in der Praxis kaum Linienkenntnisse.
Für mich ist Linienzucht eindeutig nur für Profis oder wirklich engagierte, interessierte Züchter!
Outcross ist nichts anderes als ein Linienmix, hier kann verdeckt genetisch alles mögliche getragen werden und überraschend können Gendefekte, die von beiden Seiten der Elterntiere genetisch getragen werden, plötzlich auftauchen. Es sind quasi Wundertüten... Oftmals sind die Würfe sehr verschieden im Typ, in der Größe und auch verschieden im Wesen. So bietet Linienzucht sehr viele Vorteile!
Eine gut durchdachte Linienzucht mit einem dosierten Maß an Inzucht ist nötig, um seine Zucht zu formen (Typ, Größe, Charakter usw.), um dies bei eigenen Nachzuchten durchzusetzen und immer wieder zu verbessern. Man versucht damit, besondere und gesunde Vorfahren zu konzentrieren, also alles Positive zu festigen.
Dazu muss man natürlich den Linienhintergrund der eigenen Zuchttiere viele Generationen zurück genau kennen. Auch dann ist noch nicht gewährleistet, dass jede Verpaarung den Vorstellungen entspricht.
Selbst bei erfolgreichen wunderschönen Tieren unserer Rasse, kann das Ergebnis auch mal enttäuschend sein. Dieses Wagnis muss man eingehen, aber man kann sehr gute Ergebnisse über Linienzucht erreichen, die man mit einer Outcrossverpaarung niemals bekommen wird. Da bestimmte Anlagen (positive wie auch negative) oftmals eine Generation überspringen, haben die Gene der Großeltern einen besonderen Stellenwert. Daher benötigt man absolute Linienkenntnis seiner eigenen Tiere.
Hat man als Züchter sich eine saubere Linie über Generationen herausgezüchtet, kann man mit einem Outcrosskater versuchen, bestimmte Merkmale fremder Linien einzukreuzen und (hoffentlich) verbessern. Man kann dadurch aber auch das bereits erreichte Ziel ruinieren, denn man verliert durch eine Outcrossverpaarung aus seiner Linie 50%. Wenn der Versuch erfolgreich war, muss man wieder in seine eigenen Linien zurückzugehen. Durch mehrere Outcrossverpaarungen in Folge entstehen Tiere mit sehr heterogenem Erbgut aus verschiedenen Vorfahren, dies bedeutet das Aus einer Linienzucht. Die Erwartungen an gute Zuchtergebnisse und gute rassetypische Merkmale sind reine Spekulation.

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Gudrun Fritsch - Somalizucht in Happurg
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